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Tabakarten

Rund um die Pfeife
Tabak - mehr als ein Genussmittel

Tabak ist eine alte Kulturpflanze, die ursprünglich nicht in Europa heimisch war. Sie gehört, wie zum Beispiel die Kartoffel oder die Tomate, zur Familie der Nachtschattengewächse. Mit der Entdeckung Amerikas kamen auch die ersten Tabakpflanzen nach Europa. Der erste Tabak wurde in Deutschland Ende des 16. Jahrhunderts angebaut. Zunächst wurde Tabak zu medizinischen Zwecken genutzt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Tabakrauchen in Deutschland verbreitet. Im 17. Jahrhundert gab es in Kursachsen, Bayern, Österreich und vielen Fürstentümern Tabakverkaufsverbote. Lediglich zu medizinischen Zwecken war die Abgabe in Apotheken erlaubt. Da der wirtschaftliche Wert des Tabaks aber bald erkannt wurde, wichen die Verbote einer einträglichen Steuerpolitik. Und mit der Tabaksteuer entwickelte sich der Schmuggel. Zunächst wurde Tabak aus Pfeifen konsumiert, dann entwickelte sich das Tabakschnupfen als alternative Genussform. Im 18. Jahrhundert verbreitete sich die Zigarre von Spanien aus über Mitteleuropa. Aus den Abfällen der Zigarrenproduktion entstand die Zigarette, die sich im 19. Jahrhundert in Europa verbreitete. Anfang des 20. Jahrhunderts erlangte die Zigarette in Deutschland Kultstatus und drängte die komplizierter zu handhabende Pfeife zurück. In den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts wuchs Deutschland zum weltgrößten Tabakimporteur. 80% aller Männer und 20% aller Frauen rauchten Zigarette! Während des zweiten Weltkrieges wurden Zigaretten rationiert und entwickelten sich nach dem Krieg zu einer Zweitwährung. In den 50er Jahren wurde Rauchen am Steuer sogar empfohlen, da das Nikotin wach hält und somit einen Beitrag zur Verkehrssicherheit unterstellt wurde.

Rund 80 Tabakarten zählt der Botaniker. Zur Produktion von Rauchtabak werden aber nur wenige Sorten verwendet. Die wichtigsten Anbaugebiete sind Nord- Mittel- und Südamerika, Südostasien, Vorderasien, Europa und China. Bis 2010 wurde der Tabakanbau in Europa durch die EU gefördert. Zur Produktion von Pfeifentabak werden hauptsächlich Virginia, Burley, Java, Cavendish und Orienttabak verwendet. Dazu gesellen sich Würztabake wie Perique oder Latakia, die hauptsächlich den englischen Mischungen beigefügt werden.





Der Handel bietet hunderte von Mischungen an, sodass für jeden Geschmack etwas zu finden sein dürfte. Die Pfeifentabake mit der besten Raumnote sind Tabake der dänischen Geschmacks-richtung. Dabei handelt es sich um eher süßliche mehr oder weniger stark gesoßte und geflavourte milde Tabake. Allerdings sind die teils kräftigen künstlichen Aromen nicht jedermanns Geschmack. Die zweite Hauptgeschmacksrichtung sind die englischen Tabake, die weniger stark aromatisiert und weitaus naturbelassener sind. Diese bekommen ihre Note durch Würz-tabake wie Perique oder Latakia. Diese Tabake haben eine manchmal eher herbe Raumnote.

Welche Geschmacksrichtung man persönlich bevorzugt, muss man selbst herausfinden. Nicht selten greifen erfahrene Pfeifen-raucher lieber zu englischen Mischungen, nachdem sie mit dänischen Mixturen begonnen haben.


Virginia ist ein großblättriger Tabak. Seine Farbe bewegt sich zwischen goldgelb und sattem braun. Der Anbau erfolgt weltweit und es ist die am meisten angebaute Tabaksorte. Der Tabak schmeckt aufgrund seines hohen Zuckeranteils aromatisch und süß. Bei der Pfeifentabakproduktion wird er häufig als Basistabak verwendet. Allerdings raucht er sich in Reinform recht heiß und beginnt dann auf der Zunge zu brennen.
Orient wird hauptsächlich auf dem Balkan und im Mittelmeer-raum angebaut. Der Tabak eignet sich, um der Mischung eine würzige Fülle zu verleihen. Hauptsächlich findet er in der Zigarettenproduktion Verwendung. Die Planzen sind deutlich kleiner als die Virginiapflanzen, was auch die Ernte und Verarbeitung teurer macht. Die Farbe reicht von hellgelb bis gelbgrün. Der Nikotingehalt ist niedrig.
Latakia ist ein schwarzer, sehr würziger Tabak. Er schmeckt rauchig und findet sich als Würztabak in jeder englischen Tabakmischung. Das Hauptanbaugebiet liegt in Syrien, Zypern und der Türkei. Der Ursprung liegt in der syrischen Region Latakia. Der rauchige Geschmack entsteht dadurch, dass der Tabak nach traditioneller Art  über offenem Feuer getrocknet wird, was heute aber überwiegend industriell erfolgt. Ein hoher Anteil der Beimischung führt zu einer strengen Raumnote. Dennoch wird der Tabak von Kennern sehr geschätzt.
Perique ist ebenfalls ein Würztabak. Der Anbau erfolgt ausschließlich in Louisiana. Der Tabak entwickelt während der mehrjährigen fünfmaligen Fermentierung einen hocharomatischen und schwersüßen Geschmack. Wegen seines hohen Aromagehaltes findet man den Tabak, ähnlich wie Latakia, nur in recht geringen Beimischungen.

Java. Der Name verrät, wie bei vielen anderen Sorten auch, die Herkunft. Es handelt sich um einen milden aber würzigen Tabak, der zum Würzen und Mischen verwendet wird. Er besitzt eine hervorragende Gimmfähigkeit, weshalb er sich auch gut für den Pfeifeneinsteiger eignet. Da die indonesischen Inseln niederländische Kolonie waren, findet sich Java traditionell in milden niederländischen Mixturen oder wird dort auch in Reinform verwendet.
Burley wird weltweit angebaut. Der hellbraune bis braune Tabak hat einen schokoladigen oder nussigen Geschmack. Zur Verstärkung des natürlichen Aromas wird der Tabak geröstet und zusätzlich mit Aromen versetzt. Burley dient als Mischtabak, der sowohl in amerikanischen als auch in dänischen und englischen Mixturen verwendet wird und am schokoladigen Geschmack zu erkennen ist.
Dies war ein kleiner Überblick. Zu diesem Thema könnte man ganze Bücher füllen. Es gibt neben den hier erwähnten Tabaksorten noch viele weitere in Reinform oder auch in Abwandlung der oben beschriebenen. Die Art der Trocknung und Fermentation ist neben der Tabaksorte selbst und dem Anbaugebiet entscheidend für Geschmacksentwicklung.

Auch nach Art der Weiterverarbeitung des Tabaks wird unterschieden. Für Pfeifentabak wird überwiegend Krüllschnitt (1,5 - 2,25 mm) verwendet. Seltener ist der Grobschnitt mit über 3,5 mm Schnittbreite. Navy Cut ist ein in Scheiben gepresster (Flake) und soßierter Mittelschnitttabak, der einen hohen Feuchtegehalt hat. Bei einem Rollcake handelt es sich um einen Strangtabak, der zu Zöpfen geflochten (gesponnen) wird. Daher rührt die Bezeichnung Tabakspinnerei. Strangtabak ist die wohl älteste "Gebindeart".
 
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